Atomkraft? Ja, BITTE!
9. Jul 2009 | Autor: Timo | Kategorie Allgemein, MeinungAtomkraft? Ja BITTE!

Warum Deutschland eine unaufgeregte und sachliche Debatte zum Thema Kernenergie gut tun würde bzw. enorme Wichtigkeit besitzt.
Im Zuge des erneuten Störfalls des Kernkraftwerks Krümmel unter dem Betreiber Vattenfall brandet die Diskussion zum Ausstieg aus der Kernkraft erneut auf. Gerade die SPD und Grüne schießen aus allen Rohren enorm populistisch auf die Kernenergie und ihre Befürworter.
Dabei zeigen sie sich in höchstem Grade populistisch und teilweise ideologisch verblendet, sowie Faktenresistent.
Vorab muss man jedoch noch erwähnen, dass gerade der Störfall Krümmel, mit dem die böse Atomkraft mit all ihren Gefahren deutlich gemacht werden soll, nur bedingt als Beispiel für das Negative der Kernkraft herhalten kann.
Der Fall Krümmel zeigt nämlich eines deutlich: Die Sicherheitsmaßnahmen haben EINWANDFREI funktioniert und der Reaktor wurde sofort runtergefahren. Im übrigen war der defekte Trafo im NICHT atomaren Teil des Kernkraftwerks untergebracht und diente dazu verschiedene Stromarten umzuwandeln. Folglich war der Reaktor nur bedingt bzw. garnicht davon betroffen. Auch diese Tatsache wird gerne verschwiegen.
Bei all dem darf man allerdings nicht vergessen, dass dem Betreiber Vattenfall nun bereits der zweite Störfall an Trafos die aus den 70er Jahren stammen passiert ist. Dies und die Tatsache, dass eine Sicherheitseinheit am Trafo schlichtweg vergessen wurde einzubauen, ist natürlich unhinnehmbar und der “Rücktritt” des Kraftwerkchefs das mindeste.
Die Gründe für diese Diskussion sind vielfach, können allerdings auf einige wenige Gründe zusammengefasst werden. Im Falle der SPD ist der Grund für ein Aufheizen der Diskussion, mit populistischer Stimmungsmache, ein ganz banaler wie auch berechnender. Dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier prasseln tagtäglich neue Negativwerte in den Umfragen ins Haus und ein Tiefstand jagt den nächsten. Nachdem die Methode Frank-Walter-rettet-jeden-noch-so-schlecht-wirtschaftenden-Konzern mit einem Rekordnegativergebnis bei der Europawahl gescheitert ist, kommt der Störfall im AKW Krümmel wie gerufen. Endlich hat man ein neues Thema gefunden mit dem man den politischen Gegner vermeintlich schädigen kann, indem man im Vorwirft die Ängste der Bürger nicht zu beachten bzw. wahrzunehmen.
Bei den Grünen sind die Gründe einfacher zu finden. Sie sind ganz einfach gerade beim Thema Kernkraft ungemein ideologisch behaftet. Im Grünen Kosmos steht die Kernenergie in einer Reihe mit Satan, George W. Bush und Umweltverschmutzern.
Nun aber zum eigentlichen Thema, der Kernenergie.
Die oftmals verteufelte Kernenergie ist, bei näherer Betrachtung der Fakten garnicht mehr so böse wie es uns SPD und Grüne weißmachen wollen, sondern im Gegenteil: Die Kernkraft ist UNVERZICHTBAR für das Industrieland und den Exportweltmeister Deutschland, sowie vorallem für die Umweltbilanz der Deutschen.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen gewährleistet der Atomstrom mit einem Anteil von 22,1% am Deutschen Strommarkt eine Versorgunssicherheit die ohne Kernkraft nicht gegeben wäre. So liegt die Dauer von Stromausfällen in Deutschland pro Jahr bei ca 20 Minuten. In anderen europäischen Ländern liegt sie bei mehreren Stunden.
Mit dem Wegfall der Kernkraft würde eine große Lücke entstehen, die mit erneuerbaren Energien nicht zu füllen wäre und den Ausbau von Kohlekraftwerken bedeuten würde, die deutlich umweltschädlicher sind.
Womit wir beim nächsten Punkt angelangt wären. Die Kernenergie ist die SAUBERSTE Energie, mit einem CO-Ausstoß der gegen Null geht. Gerade im Hinblick auf die ehrgeizigen Klimaziele in Punkto CO2-Ausstoß ist die Kernenergie unverzichtbar. Ohne Kernenergie sind diese Ziele nicht erreichbar. Hier sieht man recht deutlich wie ideologisch die Grünen bei diesem Thema beeinflusst sind. Sie haben ganz einfach keine realistischen Alternativen. Eine 100%ige Stromproduktion durch erneuerbare Energien ist zumindest nach heutigem Stand der Technik unmöglich. Alleine das Ersetzen von Kernkraftwerken würde nur durch 80000 Windräder möglich sein. Finanziell und auch optisch würde dies Deutschland ruinieren. Aber das die Grünen meist fordern ohne wirkliche Alternativen zu bieten bzw. ein realistisches Konzept zu haben, konnte man ja beim Thema Biosprit sehen. Der von den Grünen propagierte Biosprit stieß erstens in der Produktion schon mehr CO2 aus, als er durch eine Beimischung zu konventionellen Kraftstoffen einsparen konnte und zweitens führte er zu einer bedrohlichen Verknappung von Nahrung in der ditten Welt, da er aus Nahrungsmittelpflanzen wie z.B. Getreide hergestellt wird. Hier sah man ein typisches Merkmal grüner Politik: Ein gutes Ziel wird wegen Kritikresistenz und ideologischer Verbohrtheit zu einem totalen Desaster, dass den Istzustand sogar verschlechtert.

Aber zurück zur Kernenergie. Die Kernenergie liefert den günstigsten Strom. Eine Kilowattstunde Atomstrom kosten 2 Cent, eine Kilowattstunde Strom aus Kohlekraftwerken schon 5 Cent und bei erneuerbaren Energien wie z.B. Windkraft liegt der Preis PRO Kilowattstunde bei 40 Cent. Immerhin das 20fache vom Atomstrom. Im Falle eines Ausstiegs aus der Kernkraft würden wir unseren günstigen Strom übrigens aus Frankreich beziehen. Die Franzosen würden uns dann, wer hätte es gedacht, Atomstrom verkaufen. Der Deutsche Atomausstig würde somit Französische Kernkraftwerke subventionieren.
Ein Problem, für das man bis heute noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden hat, ist die Lagerung des Abfalls der Kernkraftwerke. Das angedachte Endlager Asse hat sich auf Grund mangelhafter Vorkehrung und teilweise dilletantischer Lagerungsmethoden ( Fässer wurden einfach in ein “Loch” gekippt anstatt sie “vernünftig” zu lagern) als unbrauchbar erwiesen. Die Lösung dieses Problems muss ganz klar auf der Prioritätenliste an vorderster Stelle liegen. Hier können die Schweden als Vorbild dienen, deren vorraussichtliches Endlager eine sichere Verwahrung für die nächsten 100.000 Jahre gewährleisten soll. Wenn dies auch in Deutschland erreicht wird ist dieses Problem zumindestens längerfristig gesichert. Wobei man hier die Endlager, mit fortschreitender Technik, in der Zukunft sicherlich als auf alle Ewigkeit sicher gestalten kann und auch muss.
Die Deutschen Kernkraftwerke sind im weltweiten Vergleich in Punkto Sicherheit WELTSPITZE. Nirgendwo gibt es so hohe Sicherheitsbeschränkungen was Kernkraft betrifft wie in Deutschland. Da stellt sich doch die Frage warum gerade die sichersten Atomkraftwerke der Welt vom Netz gehen sollen, wenn unweit der Grenze in Tschechien und Frankreich gerade neue Kerkraftwere gebaut werden und die Laufzeit von sehr alten Atomkraftwerken nochmals verlängert wird.
Deutschland würde somit zum Aussenseiter innerhalb Europas, wo fleissig neue Kernkraftwerke gebaut werden.
Dies würde auch für die Industrie fatale Folgen haben, da sie zum einen auf den günstigen Atomstrom und zum anderen auf immer verfügbaren Strom angewiesen ist. Dies ist nur durch einen Energiemix zu schaffen. Somit würden einige Konzerne womögliche ihre Produktion ins Ausland verlagern, was uns vorallem eines kostet: ARBEITSPLÄTZE.
Deswegen gibt es keine Alternative zum Mix der Energien in Deutschland. Zumindestens bis die erneuerbaren Energien soweit erforscht sind, dass sie die Kohle- und Kernkraftwerke ablösen können, was das letztendliche Ziel sein MUSS. Doch bis dieser Status erreicht ist, gibt es zum Status quo keine realistische Alternative!
Timo Rilinger
