Junge Union Kreis Wesel informierte sich zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan
14. Jan 2012 | Autor: Redaktion | Kategorie AktuellSie zählen zu der glücklichen Generation, die in der längsten Friedensepoche Europas
aufwachsen und leben darf, für die „Krieg“ eine abstrakte Vorstellung ist – und
darum ließen sich die Mitglieder der Jungen Union Kreis Wesel die Umstände eines
militärischen Einsatzes von jemanden schildern, der mittendrin war.
Jugendoffizier Christian Theißen berichtete in der Schill-Kaserne in Wesel vor zahlreichen
interessierten JU’lern sowie einigen Gästen von seinem viereinhalbmonatigen
Auslandseinsatz in Afghanistan. Kaum ein Einsatz der Bundeswehr ist in der
Öffentlichkeit derartig umstritten – seit über zehn Jahren sind deutsche Soldaten in
Afghanistan stationiert und noch immer wird der Einsatz in unterschiedlichster Weise
beurteilt. So bot die lebensnahe Schilderung von Hauptmann Christian Theißen für
die Zuhörer von der Jungen Union die Möglichkeit, den Einsatz noch einmal aus
einer völlig anderen Perspektive wahrzunehmen und zu bewerten.
Der 31-jährige Bocholter, der seit 2000 bei der Bundeswehr ist, eine Offizierslaufbahn
einschlug und seit 2008 als Jugendoffizier für die Öffentlichkeitsarbeit der
Bundeswehr verantwortlich zeichnet, berichtete anschaulich von den Herausforderungen,
die der Einsatz in Afghanistan mit sich bringt. Neben der militärischen Bedrohung
zählten die Größe des Landes – Afghanistan ist doppelt so groß wie
Deutschland –, die Höhe der Gebirge sowie die extremen Temperaturen zu den
Problemen, mit denen sich die Soldaten in Afghanistan konfrontiert sähen. „Ich habe
mir nachts eine Flasche Wasser mit in den Schlafsack genommen, um morgens
flüssiges Wasser zum Zähneputzen zu haben“, berichtete Christian Theißen aus
dem Alltag in einem Außenpostens. Im größeren Feldlager selbst teilen sich vier
Soldaten einen Wohncontainer von 12 Quadratmetern und für 200 Menschen stehen
fünf Duschen zur Verfügung – diese Gegebenheiten machten das Leben schwer.
Eine seelisch und körperlich extrem beanspruchende Tätigkeit sei der Dienst in den
Außenposten in den Problembezirken Afghanistans. „Das ist der gefährlichste Job“,
so Theißen, der jedoch den Erfolg des Afghanistan-Einsatzes nicht an den – mittlerweile
glücklicherweise rückläufigen – Opferzahlen festmachen möchte. Der Aufbau
einer Polizei, die Förderung der Bildung oder auch der Bau einer Brücke, das seien
Aktivposten in der Bilanz des Bundeswehreinsatzes, die Christian Theißen resümieren
lassen: „Der Einsatz ist richtig und wichtig.“
Der Vorsitzende der Jungen Union Kreis Wesel, Timo Juchem, sowie der Organisator
Christian Quik bedankten sich herzlich bei Christian Theißen für den eindringlichen,
lebensnahen Einblick in die Situation vor Ort und unterstrichen noch einmal,
wie wichtig ein solches Hintergrundwissen für eine reelle Bewertung des Afghanistan-
Einsatzes sei.





