Offener Brief an Saskia Esken

Frau #Esken, Sie sollten ihre Worte überdenken. Unsere Polizei 🚔  „latent #rassistisch“? Das konnten wir so nicht stehen lassen, deswegen haben wir Saskia Esken einen offenen Brief 📑 📩  geschrieben ✒️, 

Sehr geehrte Frau Esken,

 

im Namen des Vorstands der Jungen Union Kreis Wesel wende ich mich an Sie als Reaktion auf Ihre Äußerungen zum „latenten Rassismus“in unserer Polizei.

 

Der Mord am US-Amerikaner George Floyd ist furchtbar und für uns alle nur schwer erträglich. Die schrecklichen Szenen haben uns bis ins Mark getroffen. Er erschüttert alle freiheitsliebenden Menschen und geht uns, genau wie Ihnen, sehr nah. Die zahlreichen zivilgesellschaftlichen und meistens friedlichen Proteste auf der ganzen Welt setzen eindrucksvoll ein Zeichen gegen Diskriminierung. Rassismus ist Gift, wie es unsere Bundeskanzlerin neulich formulierte – dies gilt für die Vereinigten Staaten, sowie für Deutschland und jedes andere Land der Welt!

 

Ihr generalisierender Umkehrschluss, dass es einen „latenten Rassismus in den Reihen der Sicherheitskräfte“ gäbe, ist hingegen gefährlich und das gleich in mehrerer Hinsicht:

 

Vorweg: Kein Mensch kann seriös ausschließen, dass es in unserer Polizei – genau wie in jeder anderen Berufsgruppe – keine Rassisten gibt. Der Staat hat alles dafür zu tun, dass solches Fehlverhalten zur Rechenschaft gezogen und in Zukunft unterlassen wird. Dafür kämpfen wir als Demokraten Seite an Seite.

 

Die ernsthafte Unterstellung, dass unsere Polizei in Deutschland „latent rassistisch“ sei, ist eine unfassbare Verallgemeinerung und absolut unfair denjenigen gegenüber, die sich für unseren Rechtsstaat einsetzen. Leider wird hier eine ganze Berufsgruppe über einen Kamm geschert, dies ist unserer Meinung nach absolut inakzeptabel!

 

Auch den Mord in den USA als Auftakt zu nehmen, um den Eindruck zu vermitteln, wir hätten in Deutschland einen latenten Rassismus in unserer Polizei ist einer SPD Bundesvorsitzenden nicht würdig. Dort, wo Recht gebrochen wird, muss eingegriffen werden. Ich hoffe, dass wir uns in diesem Punkt einig sind.

 

Nun sind Sie aber die Parteivorsitzende einer staatstragenden Partei, die im Bund und in mehreren Bundesländern Verantwortung trägt. Die große Mehrheit der Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag ihren Kopf für unsere Sicherheit hinhalten und keine Rassisten sind, werden durch Ihre Aussagen in einer bereits schwierigen Situation in noch größere Bedrängnis gebracht! Wir möchten mit diesem Brief die Gelegenheit nutzen, uns hinter unsere Polizei zu stellen. Unsere deutschen Polizisten sind gut ausgebildete, meist studierte Fachkräfte, die mit den schlecht und viel zu kurz ausgebildeten Cops in den USA nicht verglichen werden sollten.

 

Auch wir als Junge Union haben viele Polizistinnen und Polizisten sowie Anwärter auf den Polizeidienst in unseren Reihen. Wir hören von Bekannten und auch Vorstandsmitgliedern, die den Polizeiberuf ausführen, dass rechtmäßige Kontrollen von ethnischen Minderheiten zurzeit nur sehr schwer möglich sind ohne als Rassist zu gelten. Mit Ihrer Aussage haben Sie den Polizistinnen und Polizisten, die täglich für uns auf den Straßen unterwegs sind, keinen Gefallen getan. Mit Ihrer Aussage befeuern Sie das Misstrauen gegenüber unseren Beamten.

 

Sie beschädigen mit Ihrer Aussage nicht nur das Vertrauen in die Polizeibeamten vor Ort, sondern auch in den ganzen Staat. Alle Staatsorgane stehen für ein offenes und tolerantes Deutschland! Die Polizei, die das Recht auf den Straßen durchsetzt, gehört zum Rechtstaat und zu unserer wehrhaften Demokratie. Die Beamtinnen und Beamten haben unserer Meinung nach das Recht, dass sich Politik hinter sie stellt und ihnen nicht in den Rücken fällt. Wir möchten, dass unseren Polizistinnen und Polizisten die alltägliche Arbeit auf den Straßen der Republik nicht erschwert wird.

 

Wir dürfen eines nicht vergessen: Polizistinnen und Polizisten sind Menschen, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr für uns da sind und ihren Dienst tun.

 

Lassen Sie uns also als Demokraten da Probleme lösen, wo es welche gibt, aber nicht pauschal Berufsgruppen degradieren.

 

Für ein Gespräch, einen Austausch oder eine Diskussion stehen wir selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße vom Niederrhein in die Bundeshauptstadt und bleiben Sie gesund!